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Website für Architekten: Projekte zeigen, Anfragen gewinnen

Website für Architekten: Projekte, Leistungsphasen und Kontakt klar zeigen – plus die Impressumsangaben, die Kammerberufe brauchen.

Eine Website für Architekten hat zwei Aufgaben: Sie zeigt gebaute oder geplante Projekte so, dass die Haltung des Büros sichtbar wird. Und sie sagt Bauherren in wenigen Sekunden, welche Aufgaben das Büro übernimmt, für wen und wie der erste Kontakt läuft. Viele Architekten-Websites lösen die erste Aufgabe mit großen Bildern und vergessen die zweite.

Dieser Ratgeber richtet sich an kleine und mittlere Architekturbüros sowie selbstständige Architektinnen und Architekten, die ihre Website planen oder erneuern. Es geht nicht um Designtrends, sondern um eine Struktur, die Projekte würdigt und trotzdem Anfragen bringt.

Für wen die Website eigentlich da ist

Architekturbüros sprechen meist mehrere Gruppen an, die Unterschiedliches suchen:

Besuchergruppe Was sie wissen will
private Bauherren Plant das Büro Einfamilienhäuser, Umbauten oder Sanierungen? Wie läuft die Zusammenarbeit ab?
gewerbliche Auftraggeber Referenzen in vergleichbarer Größe, Bauaufgaben, Teamgröße, Erreichbarkeit
öffentliche Auftraggeber und Wettbewerbe Projektliste, Auszeichnungen, Büroprofil
Bewerberinnen und Bewerber Arbeitsweise, Team, offene Stellen

Wenn alle Gruppen dieselbe Startseite sehen, sollte sie zuerst die wichtigste beantworten. Ein Büro, das vor allem private Wohnhäuser plant, beginnt mit genau diesen Projekten und einem klaren Satz zum Angebot. Ein Büro mit Schwerpunkt Gewerbebau zeigt zuerst die passenden Referenzen. Die Website-Planungs-Checkliste hilft, diese Reihenfolge vor dem ersten Entwurf festzulegen.

Projekte so zeigen, dass sie verstanden werden

Die Projektseiten sind das Herz jeder Architekten-Website. Ein großes Bild allein erklärt aber wenig. Wer ein Projekt verstehen soll, braucht ein paar Fakten und eine kurze Geschichte:

  • Ort und Bauaufgabe, zum Beispiel „Umbau eines Bauernhauses zu zwei Wohnungen“
  • Jahr der Fertigstellung oder aktueller Stand
  • Größe als Wohn- oder Nutzfläche, wenn sie veröffentlicht werden darf
  • Rolle des Büros: welche Leistungsphasen es übernommen hat
  • die Aufgabe in zwei bis drei Sätzen: Was war schwierig, wie wurde es gelöst?
  • Bildnachweis mit Fotografin oder Fotograf

Eine Projektübersicht mit Filtern nach Bauaufgabe (Wohnen, Gewerbe, Sanierung, Innenraum) hilft, wenn das Büro mehr als zehn Projekte zeigt. Bei wenigen Projekten reicht eine klare Liste.

Wichtig sind die Rechte an den Bildern. Architekturfotos stammen oft von beauftragten Fotografen, deren Nutzungsrechte vertraglich geregelt sind. Vor der Veröffentlichung sollte klar sein, ob die Bilder auf der Website, in sozialen Medien und in Wettbewerbsunterlagen genutzt werden dürfen und wie der Bildnachweis aussehen muss. Bei bewohnten Häusern gehört auch die Zustimmung der Bauherren dazu.

Leistungen mit den Leistungsphasen erklären

Viele Bauherren wissen nicht, was ein Architekturbüro genau übernimmt. Die Website kann das mit den neun Leistungsphasen der HOAI erklären, die Fachleute ohnehin verwenden. Nach § 34 HOAI sind das:

  1. Grundlagenermittlung
  2. Vorplanung
  3. Entwurfsplanung
  4. Genehmigungsplanung
  5. Ausführungsplanung
  6. Vorbereitung der Vergabe
  7. Mitwirkung bei der Vergabe
  8. Objektüberwachung (Bauüberwachung und Dokumentation)
  9. Objektbetreuung

Für Laien wirkt diese Liste trocken. Besser ist eine kurze Übersetzung je Phase: Was passiert, was bekommt der Bauherr in die Hand, wo entscheidet er mit? Ergänzend lohnt sich ein Satz dazu, ob das Büro alle Phasen anbietet oder nur einzelne, etwa Planung bis zur Baugenehmigung.

Wer Leistungen so erklärt, bekommt passendere Anfragen. Wer nur „Planung und Bauleitung“ schreibt, muss dieselben Fragen am Telefon beantworten.

Haltung und Team zeigen

Architektur ist Vertrauenssache. Bauherren arbeiten über Monate oder Jahre mit dem Büro zusammen. Deshalb gehört auf die Website, wer dahintersteht:

  • Fotos und kurze Profile der Partnerinnen und Partner
  • Schwerpunkte, zum Beispiel Holzbau, Bauen im Bestand oder energetische Sanierung
  • Mitgliedschaften und Auszeichnungen, sofern vorhanden
  • ein kurzer Text zur Arbeitsweise: Wie läuft das erste Gespräch, wie oft gibt es Abstimmungen?

Dieser Teil muss nicht lang sein. Ein ehrlicher Absatz zur Haltung wirkt stärker als ein Leitbild mit allgemeinen Begriffen. Mehr dazu, wie Vertrauen auf einer Website entsteht, steht im Ratgeber Vertrauen auf der Website schaffen.

Pflichtangaben für Kammerberufe im Impressum

Die Berufsbezeichnung „Architekt“ ist geschützt, und Architekten gehören einer Architektenkammer an. Für Websites hat das Folgen: Wer seinen Dienst in Ausübung eines reglementierten Berufs anbietet, muss nach § 5 Abs. 1 Nr. 5 DDG zusätzlich angeben:

  • die Kammer, der das Büro angehört
  • die gesetzliche Berufsbezeichnung und den Staat, in dem sie verliehen wurde
  • die berufsrechtlichen Regelungen und wo sie zugänglich sind

Dazu kommen die allgemeinen Impressumsangaben und, falls vorhanden, die Umsatzsteuer-Identifikationsnummer. Die genauen Formulierungen und die Links zu den Berufsordnungen stellen die Architektenkammern der Länder meist bereit. Bei Unsicherheit sollte die Kammer oder eine Rechtsberatung prüfen. Einen Überblick über die übrigen Pflichtbereiche gibt der Artikel Website rechtssicher machen.

Schlanke Struktur für ein Architekturbüro

Für viele Büros reicht zum Start diese Struktur:

Seitenbereich Aufgabe
Startseite ein Satz zum Angebot, drei bis sechs ausgewählte Projekte, Kontaktweg
Projekte Übersicht und je Projekt eine eigene Seite mit Fakten und Bildern
Leistungen Leistungsphasen in Alltagssprache, Schwerpunkte, Ablauf
Büro Team, Haltung, Mitgliedschaften, offene Stellen
Kontakt Telefon, E-Mail, Formular, Adresse, Anfahrt
Impressum und Datenschutz Pflichtangaben inklusive Kammer

Eigene Projektseiten haben einen Nebeneffekt: Sie können bei Suchen nach Ort und Bauaufgabe gefunden werden, etwa „Umbau Altbau“ in Verbindung mit einer Stadt. Das funktioniert nur, wenn jede Projektseite echten Text hat und nicht nur eine Galerie ist.

Große Bilder machen Architekten-Websites oft langsam. Komprimierte Bildformate, passende Bildgrößen für das Smartphone und eine Galerie, die erst beim Scrollen lädt, halten die Seite schnell. Warum das mobil besonders zählt, erklärt der Artikel Mobile First Website.

Baukasten, Agentur oder günstige Profi-Lösung?

Baukästen bieten Vorlagen für Architektur-Portfolios. Sie sind schnell eingerichtet, verlangen aber Zeit für Texte, Bildauswahl und Pflege, und das Ergebnis sieht oft nach der Vorlage aus. Spezialisierte Agenturen liefern individuelle Gestaltung, kosten aber entsprechend. Dazwischen liegt eine schlanke, professionell gebaute Website mit klarer Projektstruktur. Was die Varianten kosten, steht im Ratgeber Was kostet eine Webseite?, die Abwägung zwischen Selbstbau und Auftrag im ehrlichen Vergleich.

FAQ: Website für Architekten

Wie viele Projekte sollte eine Architekten-Website zeigen?

Lieber wenige gut erklärte Projekte als viele Bilder ohne Kontext. Für den Start reichen oft sechs bis zehn Projekte, die zu den Aufträgen passen, die das Büro künftig haben möchte.

Muss die Architektenkammer im Impressum stehen?

Wer als Architekt seinen Beruf ausübt, muss nach § 5 Abs. 1 Nr. 5 DDG die Kammer, die gesetzliche Berufsbezeichnung mit dem verleihenden Staat und die berufsrechtlichen Regelungen angeben. Die genaue Formulierung sollte mit der zuständigen Kammer abgestimmt werden.

Dürfen Projektfotos einfach veröffentlicht werden?

Nur, wenn die Nutzungsrechte geklärt sind. Bei beauftragten Fotografen regelt der Vertrag, wo die Bilder erscheinen dürfen und wie der Bildnachweis lautet. Bei privaten Wohnhäusern sollten zusätzlich die Bauherren zustimmen.

Braucht ein Architekturbüro einen Blog?

Nicht zwingend. Sinnvoller als regelmäßige Blogbeiträge sind ausführliche Projektseiten und eine gut erklärte Leistungsseite. Ein Beitrag lohnt sich, wenn Bauherren immer wieder dieselbe Frage stellen, etwa zum Ablauf einer Sanierung.

Ersetzen Plattformen wie Architektenverzeichnisse die eigene Website?

Nein. Einträge in Fachverzeichnissen und Wettbewerbsplattformen helfen, gefunden zu werden. Die eigene Website bleibt der Ort, an dem Projekte, Haltung und Kontaktweg vollständig und ohne fremde Vorgaben stehen.

Wenn du eine Website für dein Architekturbüro planst, fang mit der Projektauswahl und einem Satz zum Angebot an. Ein konkreter Entwurf zeigt schnell, ob Struktur und Bildwirkung zu deinem Büro passen.

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