Eine Website für Fotografen verkauft mit Bildern, aber gebucht wird über Text: Wer bist du, was fotografierst du, was kostet es, und wie läuft eine Anfrage? Viele Fotografen-Websites zeigen hundert gute Bilder und beantworten keine dieser Fragen. Besucher sind beeindruckt und gehen trotzdem.
Dieser Ratgeber richtet sich an selbstständige Fotografinnen und Fotografen, etwa für Hochzeiten, Porträts, Familien, Business oder Produkte, die ihre Website planen oder erneuern.
Ein Schwerpunkt statt alles
Die meisten Kunden suchen eine Spezialistin oder einen Spezialisten: „Hochzeitsfotograf“ mit Ort, „Bewerbungsfotos“, „Produktfotografie für Onlineshops“. Eine Website, die Hochzeiten, Autos, Babybauch und Immobilien gleichwertig zeigt, wirkt beliebig.
Besser ist eine klare Gewichtung:
- ein Hauptbereich auf der Startseite, der den größten Teil der Aufträge bringt
- eigene Seiten für weitere Bereiche, jeweils mit passenden Bildern, Ablauf und Paketen
- Bereiche, die du nicht mehr anbieten willst, kommen von der Website, auch wenn die Bilder gut sind
Jede Bereichsseite kann dann bei Suchen nach genau dieser Leistung gefunden werden. Eine Galerie mit allem ist für Google kaum zuzuordnen.
Das Portfolio auswählen
Weniger ist bei Fotografen fast immer mehr. Ein Portfolio mit 15 bis 30 starken Bildern je Bereich wirkt sicherer als 200 Bilder, unter denen auch mittelmäßige sind. Hilfreich sind:
- Bilder, die zeigen, was der Kunde bekommt: ganze Reportagen statt nur Einzelbilder, etwa eine Hochzeit vom Getting Ready bis zur Party
- Aufnahmen aus verschiedenen Lichtsituationen, damit Kunden sehen, dass es auch drinnen oder bei Regen funktioniert
- Bilder, die zur Zielgruppe passen: Wer Business-Porträts verkauft, zeigt Menschen in Arbeitskleidung, nicht nur Modelshootings
- kurze Texte zu einzelnen Projekten: Ort, Anlass, was die Herausforderung war
Die Startseite zeigt eine Auswahl, die Bereichsseiten das ausführlichere Portfolio.
Pakete und Preise zeigen
Viele Fotografen nennen keine Preise aus Sorge, Kunden abzuschrecken. Für die Anfrage ist eine Preisorientierung aber oft entscheidend: Wer nicht weiß, ob er im Budget liegt, fragt lieber gar nicht. Bewährt haben sich:
| Form | Passt für |
|---|---|
| feste Pakete mit Preis | Bewerbungsfotos, Familien-Shootings, Mini-Sessions |
| „ab“-Preise je Paket | Hochzeiten, Business-Shootings mit variablem Umfang |
| Preis auf Anfrage mit Erklärung | Werbe- und Produktfotografie mit Nutzungsrechten |
Zu jedem Paket gehört, was enthalten ist: Dauer, Anzahl bearbeiteter Bilder, Lieferzeit, Form der Übergabe, Anfahrt, Nutzungsrechte. Wer Verbrauchern Preise nennt, gibt den Gesamtpreis an. Ob die Umsatzsteuer enthalten ist, gehört ebenfalls dazu.
Große Bilder, schnelle Seite
Fotografen-Websites sind oft die langsamsten Seiten überhaupt, weil die Bilder in voller Auflösung hochgeladen werden. Das kostet Besucher, vor allem auf dem Handy. Ein paar Regeln helfen:
- Bilder für das Web exportieren, nicht die Originaldateien hochladen
- moderne Formate wie WebP oder AVIF verwenden und verschiedene Größen für Handy und Bildschirm ausliefern
- Galerien so bauen, dass Bilder erst beim Scrollen geladen werden, das erste große Bild aber sofort
- Breite und Höhe der Bilder angeben, damit die Seite beim Laden nicht springt
Warum die mobile Ansicht zuerst zählt, erklärt der Artikel Mobile First Website.
Ein häufiger Wunsch ist ein Rechtsklick-Schutz gegen Bilderklau. Er stört vor allem ehrliche Besucher und verhindert keinen Screenshot. Wirksamer sind eine angemessene Bildgröße im Web, Metadaten mit Urheberangabe und im Ernstfall eine Rückwärtssuche nach den eigenen Bildern.
Bildrechte, Einwilligungen und Impressum
Auf einer Fotografen-Website kommen mehrere rechtliche Themen zusammen:
- Einwilligung der abgebildeten Personen: Bildnisse dürfen grundsätzlich nur mit Einwilligung veröffentlicht werden (§ 22 KUG), dazu kommt der Datenschutz. Die Erlaubnis, Bilder im eigenen Portfolio zu zeigen, gehört deshalb schriftlich in den Vertrag oder eine eigene Vereinbarung.
- Kinder: Für Bilder von Minderjährigen braucht es die Einwilligung der Eltern.
- Kundenaufträge: Bei Business- und Produktfotos kann der Vertrag regeln, dass der Kunde Exklusivrechte hat. Dann darf ein Bild nicht ohne Weiteres ins Portfolio.
- Impressum: Als Selbstständige brauchst du ein Impressum mit den Angaben nach § 5 DDG.
- Kontaktformular und eingebundene Dienste wie Online-Galerien, Buchungskalender oder Karten müssen in der Datenschutzerklärung stehen.
Den Überblick über die Pflichtbereiche gibt der Ratgeber Website rechtssicher machen.
Anfrage leicht machen
Die Anfrage-Seite sollte genau die Angaben abfragen, die du für ein Angebot brauchst, und nicht mehr:
- Art des Shootings oder Anlass
- Datum oder Zeitraum, bei Hochzeiten der Ort
- ungefähre Dauer oder Paketwunsch
- Kontakt per E-Mail oder Telefon
Dazu ein Satz, wie schnell du antwortest, und ein Hinweis, ob ein kurzes Telefonat oder Kennenlernen folgt. Bei Hochzeitsfotografen ist die Verfügbarkeit am Datum oft die erste Frage, ein klarer Hinweis spart viele Mails.
Gefunden werden
Viele Fotografen-Aufträge sind lokal: Hochzeiten in der Region, Bewerbungsfotos in der Stadt, Familien-Shootings in der Umgebung. Hilfreich sind:
- eine eigene Seite je Leistungsbereich mit Ortsbezug im Text, wo du tatsächlich arbeitest
- ein Google-Unternehmensprofil mit eigenen Fotos und Bewertungen, siehe Google My Business einrichten
- Projekttexte mit echten Orten, etwa der Location einer Hochzeit, wenn das Paar zustimmt
- Alt-Texte, die beschreiben, was auf dem Bild zu sehen ist, statt „IMG_4711“
Was eine Portfolio-Website für Kreative allgemein braucht, zeigt die Seite für Freiberufler.
FAQ: Website für Fotografen
Reicht Instagram als Portfolio nicht aus?
Instagram zeigt Bilder gut, beantwortet aber selten Fragen zu Paketen, Preisen, Ablauf und Verfügbarkeit. Außerdem bestimmt die Plattform, wer deine Bilder sieht. Die eigene Website bleibt der Ort, an dem Anfragen vollständig ankommen.
Wie viele Bilder gehören ins Portfolio?
Je Leistungsbereich reichen meist 15 bis 30 sehr gute Bilder. Lieber eine kleine, starke Auswahl als viele Bilder mit schwankender Qualität.
Sollte ich Preise auf meiner Fotografen-Website nennen?
Eine Preisorientierung hilft fast immer, als festes Paket oder als „ab“-Preis. Kunden fragen eher an, wenn sie wissen, dass sie im Rahmen liegen. Bei Werbefotografie mit Nutzungsrechten ist „auf Anfrage“ mit Erklärung üblich.
Darf ich Kundenbilder im Portfolio zeigen?
Nur mit Einwilligung der abgebildeten Personen und wenn der Vertrag die Nutzung erlaubt. Am besten regelt der Vertrag von Anfang an, ob und wie Bilder im Portfolio erscheinen dürfen.
Wie schütze ich meine Bilder vor Diebstahl?
Ein vollständiger Schutz ist nicht möglich. Sinnvoll sind Bilder in Web-Größe statt Originaldateien, Metadaten mit Urheberangabe und eine regelmäßige Rückwärtssuche. Ein Rechtsklick-Schutz stört vor allem normale Besucher.
Wenn du eine neue Fotografen-Website planst, fang mit deinem Schwerpunkt, einer strengen Bildauswahl und klaren Paketen an. Ein konkreter Entwurf zeigt schnell, ob deine Bilder darin wirken und die Anfrage leicht fällt.