Eine Website für Musiker hat zwei Publikumsgruppen: Fans, die Musik hören, Termine finden und Merch kaufen wollen, und Veranstalter, Clubs, Agenturen oder Hochzeitspaare, die buchen wollen. Social-Media-Profile bedienen die erste Gruppe gut, die zweite kaum. Wer gebucht werden will, braucht einen Ort, an dem Hörproben, Technik, Preise oder zumindest ein Booking-Kontakt sauber zusammenstehen.
Dieser Ratgeber richtet sich an Bands, Solo-Künstlerinnen und -Künstler, DJs, Coverbands und Hochzeitsmusiker, die eine eigene Website planen oder erneuern.
Erst klären: Fans oder Buchungen?
Die Startseite kann nicht beides gleich gut. Entscheide, wer zuerst angesprochen wird:
| Schwerpunkt | Was oben auf der Startseite steht |
|---|---|
| eigene Musik, Fans | neueste Veröffentlichung, Player, nächste Konzerte, Newsletter |
| Buchungen (Coverband, Hochzeit, Firmenfeier, DJ) | kurzes Video vom Auftritt, Repertoire, Einsatzgebiet, Anfrage-Button |
| beides | zwei klare Einstiege, etwa „Musik hören“ und „Für Veranstalter“ |
Gerade Hochzeits- und Eventmusiker verlieren Anfragen, wenn ihre Website wie ein Fan-Auftritt wirkt: viel Stimmung, aber keine Antwort auf die Frage, ob sie am 14. Juni in der Nähe von Münster spielen und was das ungefähr kostet.
Musik einbinden, ohne den Datenschutz zu vergessen
Die meisten Musiker binden Spotify, YouTube, SoundCloud oder Bandcamp ein. Solche Player laden beim Seitenaufruf Inhalte von fremden Servern und übertragen dabei Daten der Besucher, etwa die IP-Adresse. Deshalb gilt:
- Player erst nach Einwilligung laden, zum Beispiel mit einem Vorschaubild und dem Hinweis „Mit Klick wird der Player von Spotify geladen“.
- Die eingebundenen Dienste in der Datenschutzerklärung nennen.
- Eigene Hörproben als MP3 auf dem eigenen Server sind eine datensparsame Alternative, wenn die Rechte bei dir liegen.
Ein einziger guter Song oder ein Live-Video oben ist wirksamer als zehn eingebettete Player, die die Seite langsam machen.
Konzerttermine, die Google versteht
Konzertdaten gehören als Text auf die Website, nicht nur als Bild eines Tourplakats. Dann kann Google sie lesen. Mit strukturierten Daten vom Typ Event können einzelne Konzerte zusätzlich in der Veranstaltungssuche von Google erscheinen, die laut Google-Dokumentation auch in Deutschland verfügbar ist. Pflichtangaben sind:
- Name der Veranstaltung
- Startdatum, bei Bedarf mit Uhrzeit
- Ort mit Namen und Adresse
Wichtig dabei: Jedes Konzert ist ein eigenes Event, die Veranstaltung muss öffentlich besuchbar sein, und vergangene Termine sollten aus der Liste verschwinden oder als vergangen markiert werden. Private Hochzeiten gehören nicht in die Terminliste.
Pressekit und Booking-Seite
Veranstalter, Clubs und Redaktionen suchen schnell Material. Eine eigene Seite, oft „Presse“ oder „EPK“ (Electronic Press Kit) genannt, spart viele Mails:
- kurze Biografie in zwei Längen, etwa 300 und 1.000 Zeichen
- Pressefotos in hoher Auflösung zum Download, mit Fotografen-Angabe
- Links zu Musik und Live-Videos
- Technical Rider und Bühnenanweisung als PDF
- Presse-Zitate nur, wenn sie wirklich so erschienen sind, mit Quelle
- Booking-Kontakt mit Name, E-Mail und Telefonnummer
Für Hochzeits- und Eventmusiker kommt eine Seite mit Repertoire, Besetzungen, Einsatzgebiet und typischem Ablauf dazu. Eine Preisorientierung, etwa „ab“-Preise je Besetzung, filtert Anfragen, die nicht ins Budget passen.
Merch, Newsletter und eigene Reichweite
Social-Media-Reichweite gehört der Plattform. Eine eigene Website mit Newsletter-Anmeldung baut dagegen eine Liste auf, die bleibt. Für den Newsletter gelten die üblichen Regeln: Anmeldung mit Bestätigungsmail (Double-Opt-in), Abmeldelink in jeder Mail, Hinweis in der Datenschutzerklärung.
Wer Merch verkauft, kann einen kleinen Shop einbinden oder auf einen Merch-Dienst verlinken. Ein eigener Shop bringt Pflichten mit sich, etwa Widerrufsbelehrung, AGB und korrekte Preisangaben. Für ein paar T-Shirts reicht oft ein Link zu einem spezialisierten Anbieter. Mehr zu Shops steht auf der Seite Onlineshop.
Impressum und Rechtliches
Sobald eine Band oder ein Musiker die Website geschäftsmäßig nutzt, etwa für Buchungen oder Verkäufe, braucht sie ein Impressum nach § 5 DDG. Bei Bands stellt sich die Frage, wer genau Anbieter ist, oft eine Gesellschaft bürgerlichen Rechts der Mitglieder. Das lässt sich im Zweifel mit einer Beratung klären. Dazu kommen die Rechte an Fotos, Videos und Coverversionen: Für Bandfotos braucht es die Nutzungsrechte des Fotografen, für Live-Videos mit Publikum gilt bei erkennbaren Personen das Recht am eigenen Bild. Den Überblick gibt der Ratgeber Website rechtssicher machen.
Schlanke Struktur
| Seite | Inhalt |
|---|---|
| Startseite | neueste Musik oder Live-Video, nächste Termine, wichtigster Kontakt |
| Musik | Veröffentlichungen mit Playern (erst nach Einwilligung geladen) |
| Konzerte | Termine als Text, mit Event-Auszeichnung |
| Über uns | Geschichte, Besetzung, Fotos |
| Presse / Booking | EPK, Rider, Booking-Kontakt |
| Kontakt, Impressum, Datenschutz | Pflichtseiten |
Für den Anfang reicht oft eine kompakte One-Page-Website, die später wächst. Was eine Portfolio-Website für Kreative allgemein braucht, zeigt die Seite für Freiberufler.
FAQ: Website für Musiker
Reichen Instagram und Spotify nicht aus?
Für Fans oft schon. Veranstalter und Agenturen suchen aber eine Seite mit Booking-Kontakt, Pressematerial und Terminen an einem Ort. Außerdem gehört die Reichweite auf Plattformen nicht dir, eine eigene Website mit Newsletter schon.
Darf ich Spotify- und YouTube-Player einfach einbinden?
Technisch ja, datenschutzrechtlich sollten sie erst nach Einwilligung laden, weil dabei Daten an die Anbieter fließen. Üblich ist ein Vorschaubild mit Hinweis, das den Player erst nach Klick lädt.
Wie kommen meine Konzerte in die Google-Veranstaltungssuche?
Jedes öffentliche Konzert bekommt eine Angabe mit Name, Datum und Ort als strukturierte Daten vom Typ Event. Google entscheidet selbst, ob es die Termine anzeigt. Voraussetzung ist, dass die Termine als Text auf der Seite stehen.
Was gehört in ein Electronic Press Kit?
Kurze und lange Biografie, Pressefotos mit Fotografen-Angabe, Links zu Musik und Live-Videos, Technical Rider und ein Booking-Kontakt. Presse-Zitate nur mit Quelle.
Braucht eine Band ein Impressum?
Sobald die Website geschäftsmäßig genutzt wird, etwa für Buchungen oder den Verkauf von Merch, in der Regel ja. Wer genau als Anbieter genannt wird, hängt davon ab, wie die Band organisiert ist.
Wenn du eine Website für deine Musik planst, fang mit der Entscheidung an, wen sie zuerst ansprechen soll. Ein konkreter Entwurf zeigt schnell, ob Musik, Termine und Booking-Weg zusammenpassen.